Produktivität neu gedacht: Automatisierte CAM‑Prozesse beim 8. IoC Workshop

Schloss Hohenberg, 14. April 2026: Wie können Unternehmen ihre Produktivität steigern und zugleich wettbewerbsfähig bleiben? Mit genau dieser Frage beschäftigte sich der 8. IoC Workshop im stilvollen Ambiente des Hotel Schloss Hornberg im Schwarzwald. Einen zentralen Impuls lieferte gleich zu Beginn die Keynote von Stefan Speiser, Bildungsbeauftragter der Firma SolidCAM, zum Thema Produktivitätsgewinn durch automatisierte CAM‑Prozesse, die einen entscheidenden Hebel für Effizienz in der modernen Fertigung darstellen.

Der Workshop fand im Rahmen von Industry on Campus (IoC) statt, einem Transfer- und Kooperationsprojekt der Hochschule Offenburg, das Wissenschaft und Wirtschaft eng miteinander verbindet. Gemeinsam mit über 20 regionalen Unternehmen entstehen hier praxisnahe Lösungen rund um Produktion, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Mobilität. Ziel ist es, Innovationen schneller aus der Forschung in die industrielle Anwendung zu bringen.

Gastgeber des Tages war die Firma Schondelmaier. Entwicklungsleiter Oliver Oehler begrüßte die Teilnehmenden und gab einen kompakten, zugleich beeindruckenden Einblick in das Unternehmen und seine Kernkompetenz der Kaltumformung. Unter den Gästen befanden sich Vertreter renommierter Unternehmen wie Herrenknecht, Liebherr, Hobart, VEGA und Zimmer, was den hohen Praxisbezug des Workshops unterstrich.

Weitere spannende Impulse lieferten die Professoren Isele, Waibel und Schneider von der Hochschule Offenburg. Sie beleuchteten Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und Automation und zeigten auf, wie diese Technologien die industrielle Produktion verändern. Auch die IoC‑Mitgliedsunternehmen brachten ihre Perspektiven ein: Die Virtuelle Wendel Fabrik demonstrierte anschaulich, wie bewährte Technologien wie Schwingförderer durch moderne Ansätze weiterentwickelt werden können. BEO zeigte praxisnah, wie KI betriebliche Abläufe neu strukturiert und messbare Effizienzgewinne ermöglicht.

In seiner Keynote machte Stefan Speiser deutlich, wie groß das Einsparpotenzial durch konsequent automatisierte CAM‑Prozesse ist. Dank Makros, Vorlagen, Vorlagengruppen und automatisierter Maschinenprozesse lassen sich Programmierzeiten bei gut aufbereiteten CAD‑Daten um bis zu 50 % reduzieren. In Kombination mit KI‑Unterstützung sind sogar Einsparungen von bis zu 70 % gegenüber manueller CAM‑Programmierung realistisch. Seine klare Botschaft: Automatisierung bedeutet keinen Job-Abbau, sondern die intelligente Nutzung knapper Ressourcen. Sie setzt qualifizierte, motivierte Fachkräfte voraus, die bereit sind, Veränderungen aktiv mitzugestalten. Abgerundet wurde der Workshop durch einen kurzen Überblick zu Fördermöglichkeiten für innovative Unternehmen sowie einen Betriebsrundgang bei Schondelmaier, bei dem die hochkomplexen Prozesse der Kaltumformung live erlebt werden konnten. Beim abschließenden Get‑together klang der Tag in entspannter Atmosphäre mit intensivem Austausch, neuen Kontakten und frischen Impulsen für die Praxis aus.

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